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Winter-Rebschnitt im Rauenegg Eine Kunst und viel Erfahrung

  • 27. Feb.
  • 2 Min. Lesezeit

Schönstes, frühlingshaftes Wetter mit sehr angenehmen Temperaturen Etwa 20 Ehrenamtliche und Mitglieder des Fördervereins Burghaldentorkel e.V. waren Ende Februar in die Schlierer Straße gekommen, um die Reben zu schneiden und so die Weichen für das weitere Wachstum und für die erhoffte Qualität der Trauben zu stellen.

 

Warum werden die Reben jetzt geschnitten und was gilt es dabei zu beachten?

Diesen Fragen beantworten einige Erfahrene und Hans Kiderlen, bevor es an die Arbeit geht. „Es muss unser Ziel sein, heute möglichst keine Fehler zu machen, denn von unserer Arbeit heute hängt sehr viel ab.“, so Kiderlen nach seiner Begrüßung der Anwesenden.  „Wir schneiden um diese Jahreszeit, weil dann die Triebe noch wenig Saft haben und kaum nachbluten.“

 

Was macht also einen richtigen Rebschnitt aus?

Der Rebschnitt hat einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Trauben und somit auch auf den Wein. Ohne diesen Schnitt würden die Rebstöcke zu viele Triebe entwickeln und damit die Pflanze überfordern. In der Folge würden die Trauben kleiner und hätten weniger Aroma.

Man muss wissen, dass die Kraft der Rebe durch gezieltes Zurückschneiden auf wenige gesunde Fruchttriebe gelenkt wird. Diese wiederum wachsen aus dem einjährigen Holz. Dies sind die Triebe, die im Vorjahr gewachsen sind. Im Winter sind sie verholzt, glatt und braun. Aus ihren Knospen (Augen) treiben im Frühjahr die neuen, grünen Fruchttriebe aus, die Trauben tragen.

Und wie geht man vor? Zunächst gilt es sich einen Überblick zu verschaffen und festzulegen, welche gesunde und starke Triebe aus dem letzten Sommer erhalten werden sollen. Das alte, mehrjährige Holz wird entfernt. In Ravensburg lassen wir in der Regel zwei Ruten mit etwa 5-8 Augen stehen.  Dazu eventuell noch ein Zäpfchen mit zwei Augen (Knospenansätzen). Bei der Wahl der Ruten ist es auch von großer Bedeutung vorausschauend zu urteilen, um im kommenden Jahr gutes zweijähriges Holz zu haben.  Alles nicht ganz einfach.  Deshalb ist es jedes Jahr aufs Neue wichtig, dass die Helferinnen und Helfer nochmals eingewiesen werden. „Und die Scheren sollten scharf sein!“, ergänzt einer der Helfer. „Bei einem sauberen und glatten Schnitt ist die Pflanze weniger anfällig für Erkrankungen.“

Dann teilen sich die Helfer/innen selbst ein in Zweierteams bestehend aus weniger Erfahrenen und einer/m Erfahrenen. Man lässt sich Zeit, berät und entscheidet gemeinsam welche Triebe stehengelassen und welche abgeschnitten und aus den Drähten gezogen werden. Alles Handarbeit in steilem Gelände. Reihe für Reihe wird so bearbeitet und nach etwa vier Stunden ist die meiste Arbeit getan. Kiderlen ist erleichtert: „Das hat prima geklappt, ich bin froh, dass diese wichtige Arbeit nun erledigt ist.“ „Noch nicht ganz“, wendet Roland ein, „auch drüben am Burghaldentorkel müssen wir ja noch schneiden!“

 

Und was passiert mit dem Rebschnitt? Der kann nicht zwischen den Rebreihen liegen bleiben, denn das wäre später beim Mähen schlecht. Also wird der Rebschnitt gleich  eingesammelt und mit einem Gartenhäcksler kleingemacht. Natürlicher Dünger für die Reben – und wieder eine Menge Arbeit.

 

Text und Fotos: Johann Stroh


Karl Jauch und Josef Dietenberger
Karl Jauch und Josef Dietenberger

Julia Moll und Joachim Zimmermann begutachten die Rebe
Julia Moll und Joachim Zimmermann begutachten die Rebe

Bild mit drei Personen

Thomas Kirsinger
Thomas Kirsinger
Suzann Maurer, Roland Paul und Erwin Mozer
Suzann Maurer, Roland Paul und Erwin Mozer

Suzann

Maurer, Roland Paul und Erwin Mozer


Thomas Kirsinger



Bild mit drei Personen v.l.


Suzann Maurer, Roland Paul und Erwin Mozer


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