top of page

Ravensburger Wein für einen guten Zweck

25. Juli
3 Min. Lesezeit

Artikel für die SZ - 26.07.2026

Sonderverkauf des Fördervereins läuft insgesamt gut


Rutensamstag 2026. Was für ein schöner Morgen! Hochmotiviert treffen wir uns um kurz nach sieben zum Aufbau unseres Verkaufsstandes. Die Stadt hat uns ein Zelt gestellt, eine schöne Geste. Seit 2020 veranstalten wir jährlich zwei Sonderverkäufe und so ist der Standaufbau nun Routine. Blaue Tischdecken, ein paar Fotos über unsere Arbeit, Weinflaschen und ein Aufsteller. Julia hat bunte Pflänzchen besorgt und Knut kommt mit dem Wechselgeld. Natürlich hoffen wir alle, dass unser Einsatz heute zum wiederholten Male von Erfolg gekrönt sein wird, vom Erfolg für das Hospiz. Die Weinkartons sind gemeinsam schnell entladen und wir können entspannt starten. Noch ein Schluck Kaffee und eine Brezel: „Wunderbar!“

Nach den heißen Tagen ist es heute angenehm kühl. Am Marienplatz „rutelet“ es mächtig in blau-weißen Farben und mit vielen kreativen Produkten. Doch die Zahl der Marktbesucher ist noch sehr überschaubar. Auch gegen 9:00 ist noch wenig los und wir rätseln. „So schlecht war es noch nie.“, sagt die Dame vom Nachbarstand. Heute haben wir nur unseren Spätburgunder im Angebot, den kräftigen Roten von 2024 und den etwas leichtern 25er.

Wir sind gespannt.

 

Dann endlich die ersten Kunden, die ersten freundlichen Gespräche, das Lob eines Ehepaars für unser Engagement im Weinberg für das Hospiz. Erst weit nach 10:00 füllt sich die Bachstraße und die ersten Trommlergruppen ziehen vorbei. Offensichtlich war dies der Anstoß zu einer guten Verkaufsphase. „Bin ich froh, dass jetzt was geht; ich habe schon gezweifelt, ob sich unser Einsatz heute lohnt,“ so Peter.

Mit dem Schichtwechsel kommt „Schwung in die Bude“ und endlich verkaufen wir gut. Der 2024er ist gar gegen 11:00 ausverkauft. Zwei Käuferinnen wollten die letzten vier Flaschen zeitgleich. „Vorschlag: Wir teilen und Sie nehmen je zwei 24er und zwei 25er.“ Der Kompromiss findet Anklang. Dann schauen bekannte Gesichter vorbei: „Ich kaufe jedes Jahr, weil ich es gut finde, dass man so ein regionales Produkt mit einem Bezug zu Ravensburg verschenken kann.“, so eine Dame. „Where do you come from?“ „Canada!“ Der grauhaarige Herr lacht und kauft eine Flasche. „Ich komme gleich wieder und dann geht die Flasche nach Berlin-Charlottenburg.“ Die Dame hält ihr Versprechen. „Wir läuten jedes Jahr das Rutenfest mit einer Flasche von Ihnen ein; wir trinken den nämlich nachher gemeinsam,“ so ein Ehepaar mit drei erwachsenen Töchtern. „Bleiben Sie bei dieser schönen Tradition!“, antwortet Micha. Wieder einmal ist es so, dass wir an unserem Verkaufsstand kleine Geschichten hören und immer wieder Lob erfahren. „Ich kaufe nicht, ich trinke keinen Alkohol; aber das, was Sie da machen, das finde ich schon ganz toll. Wein für ein Hospiz.“

 

Inzwischen ist es heiß und laut geworden, aus dem verschlafenen Start ist ein sehr belebtes Markttreiben geworden und wir sind glücklich, denn wir wissen, dass sich unser Einsatz heute wieder auszahlen wird. Knut fragt nach den Verkaufszahlen. „Gut, aber nicht so gut wie im Vorjahr.“ Unser Kassierer hat den genauen Überblick.

 

Wir lassen die Käuferinnen und Käufer aus Rutenfestgläschen gern probieren. Dazu ein kleines Stückchen Pfefferbeißer oder Landjäger. „Wunderbar, da nehme ich gerne zwei Flaschen mit und auch das Gläschen.“

 

Der Marktmeister erinnert uns daran, dass wir um 13:00 abbauen müssen, denn die Trommlergruppen werden dann in der Bachstraße ihr Können zeigen. Einige Gruppen ziehen musizierend an unserem Stand vorbei und jetzt drängen sich auch viele Menschen vom Marienplatz in die Bachstraße hinunter. Vereinzelt geht noch was. Ein paar wenige Flaschen.

Um Punkt 13:00 ist es dann soweit. Begleitet vom Klang der Trommler und Fanfaren beginnen wir zusammenzupacken, unser Lieferwagen fährt vor und der Rest ist wieder Routine. Zelt abbauen und einpacken, die Dekorationen zusammentragen, die Tische und Bänke zusammenklappen und die restlichen Kartons verladen. Geschafft!

„Das ist doch heute noch recht gut gelaufen,“ sage ich in die Runde. „Wir dürfen zufrieden sein und die Aktion insgesamt war doch gut!“ Alle nicken.

Danke an das Team, danke allen Käuferinnen und Käufern und danke an die Stadt, die uns den Verkauf an einem guten Standort ermöglicht hat.

„Euch allen scheene Ruate!“ „Schön ist es doch schon und heiß!“, ruft mir jemand aus der Gruppe nach, als ich mich mit dem Aufsteller und eine paar Dekomaterialien auf den Heimweg mache.


v.l. Michael Horn, Bärbel Wellhäuser, Julia Moll, Hans Kiderlen, Ekkehard Jehle, Knut Briegel, Sepp Dietenberger
v.l. Michael Horn, Bärbel Wellhäuser, Julia Moll, Hans Kiderlen, Ekkehard Jehle, Knut Briegel, Sepp Dietenberger

Text und Foto: Johann Stroh



Kommentare


bottom of page