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Lese der Spätburgunder-Trauben

14. Sept.
2 Min. Lesezeit

Wer am Dienstag gegen 9.30 am kleinen Weinberg hinter dem Burghaldentorkel spazieren ging, der konnte ein seltsames gruppendynamisch anmutendes Geschehen beobachten.

Entlang der weißen Schutznetze standen einige Helferinnen und Helfer und hörten auf das Kommando: „Spannen….rollen“.  Dies war die Vorbereitung für die eigentliche Lese, denn zunächst mussten die Schutznetze hochgerollt und oben befestigt werden.

Erst eine Stunde später dann die Lese, die bei sehr angenehmen Temperaturen und meist noch im Schatten über die Bühne ging. Am Veitsburgplateau stand die Abbeer-Maschine und folglich mussten die Helferinnen und Helfer mit ihren gefüllten Eimern mehrfach die lange Treppen nach oben steigen. Eine mühsame Arbeit, die aber in Anbetracht des mäßig guten Traubenbehangs gut zu bewältigen war.

Schon um 11.00 konnte man mit allem Gerät und der kleinen Ernte umziehen in die Schlierer Straße an den großen Rebgarten am Rauenegg. Nach einer kurzen Pause begann man auch dort mit dem Aufrollen der Netze. Wieder hörte man das „Spannen ..rollen“ und konnte sehen, wie die Netze zügig Reihe für Reihe aufgerollt wurden.

Inzwischen war es schon warm geworden und die erste Pause stand an. Eine Brezel, eine Flasche Wasser und schon ging es weiter. „Es sieht gut aus, wenn man nach oben schaut. Schöne Trauben und guter Behang.“, so Hans Kiderlen.

Die Helferinnen und Helfer teilten sich wieder auf. „Die Älteren von uns lesen die unteren Reihen, wo es nicht so steil ist und wer sich jung fühlt und jung ist, der gehe bitte ins Steile hoch“, so ein Vorschlag eines Helfers. „Gute Idee!“.

Unten stand der große Anhänger. Darauf die Abbeer-Maschine über dem Behältnis für den Traubenmost und eine improvisierte Treppe aus Paletten, um die Eimer auf den Anhänger hochzutragen. Es dauerte eine Weile, bis die Maschine lief und die darin befindliche Schnecke die Beeren von den Stielen trennte. Immer wieder Unterbrechungen, die Eimer kamen nicht so schnell wie sonst und man merkte, dass sich eine gewisse Unsicherheit breit machte. „Super, 96 Öchsle!“, rief da Hans Kiderlen in die sich etwas eintrübende Stimmung hinein. Doch große Freude wollte bei niemandem aufkommen, denn alle merkten und sahen, dass die Vögel wieder einen Teil der Trauben gefressen hatten und dass die Lesemenge wohl nicht größer als im Vorjahr ausfallen würde. Und so war es denn auch!

Man haderte nicht wegen der Qualität, vielmehr wegen der nicht den Erwartungen entsprechenden Menge Traubenmost. Und so legte sich eine gedämpfte Fröhlichkeit über die Gruppe der Ehrenamtlichen. Einerseits eine grandiose Lese der weißen Müller-Thurgau Trauben, andererseits eine eher mäßige Lese der roten Spätburgunder Trauben.

Dennoch, man war sich bewusst, dass man wieder viel gearbeitet und gemeinsam viel geleistet hatte. Ein schwieriges Weinjahr war es allemal.

„Lasst uns gemeinsam nach vorn schauen!“, so Johann Stroh. „Unser Weinfest am Burghaldentorkel steht an, und das wird bestimmt wieder ein schöner Höhepunkt.“

Noch eine gute Stunde sitzt man zusammen, legt die Beine hoch und genießt den Moment. Die Lese in den Ravensburger Rebgärten ist durch. Die Ehrenamtlichen haben unter großem Einsatz wieder ein weiteres Weinjahr bewältigt – fast!



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