Das Gesicht des Weinbergs hat sich verändert
Aktualisiert: 12. Aug.
Netze zum Schutz gegen Vogelfraß und Hagel
Blickt man nun im Vorbeifahren auf den Weinberg am Rauenegg, dann fallen sie sofort auf:
Die weißen Netze entlang der Reb-Reihen, die in der Morgensonne das grelle Licht reflektieren. Warum wurden sie angebracht und wozu sollen sie gut sein?
Blicken wir an dieser Stelle zurück in den August 2025. Kurz vor der Lese gab es an den Rebstöcken einen ordentlichen Traubenbehang. Man hoffte auf eine quantitativ gute Lese. Die Netze hatte man vor drei Jahren entfernt, weil sie vermoost und zerschlissen waren; neue Netze gab es nicht. Doch dann geschah das, wir schon einmal vor vielen Jahren erlebt hatten. Vögel ließen sich die reifen Spätburgunder-Trauben schmecken und unsere Lese fiel mager aus. Dies sollte sich nicht wiederholen. Außerdem sind die Netze ein Schutz vor Hagel und Platzregen.
Folglich traf man sich am 10.08.26 früh morgens am Rauenegg. Dort lagerte schon das gesamte Material: eine riesige Rolle des Netzes, Kartons mit Klammern und Gummis und anderes Zubehör. Albert Schuster hatte schon im Vorfeld eine Vorrichtung gebaut, um die Netze überhaupt abrollen zu können. Genial!
Dann die Einweisung und Tipps des Juniorchefs der Firma Vöhringer. Schon da wurde klar, dass diese Aufgabe viel Übung voraussetzen und viel Zeit in Anspruch nehmen würde. So war es dann auch!
Von der Rolle schnitt man die Netze entsprechend der Länge der Reb-Reihen ab, befestigte sie dann von beiden Seiten an den oberen Drähten und klickte sie am unteren Ende mit speziellen Klammern zusammen – mit sehr speziellen, denn das war gar nicht so einfach und dauerte.
Waren es noch am frühen Morgen gut 16 Helferinnen und Helfer, so dünnten sich die Reihen wegen persönlicher Termine bald aus. Auch die zunehmende Hitze forderte ihren Tribut.
Nach 12:00 konnte man noch 8 Ehrenamtliche mit hochroten Köpfen und total verschwitzt beisammensitzen sehen. „Wir sind noch lange nicht fertig und müssen nochmals ran, hier und drüben am Torkel.“, so Hans Kiderlen. Wir alle hatten völlig unterschätzt, dass unser Vorhaben so viel Zeit in Anspruch nehmen würde.
„Komm, diese beiden Reihen machen wir noch!“ Susanne wollte wenigsten den oberen Bereich fertig machen. Doch gegen 13.30 war es so heiß geworden, dass an Arbeiten wirklich nicht mehr zu denken war. „Lieber morgen etwas früher antreten, aber jetzt geht gar nichts mehr!“
Schon seit Wochen brennt die Sonne auf die beiden Rebgärten mit hoher Intensität. Man sieht, dass dort, wo normalerweise grünes Gras zwischen den Reihen wächst, nur noch braune Halme stehen und die Blätter einzelner Reben haben einen braunen Rand bekommen: Hitze und Trockenheit. Der Klimawandel ist natürlich auch hier längst sichtbar.
Doch wie damit umgehen? Wir haben ein Bewässerungssystem einbauen lassen, eine notwendige Maßnahme, aber kein Beitrag zur Abmilderung dessen, was zwischenzeitlich wohl niemand mehr ignorieren kann.
Wie man darauf im Weinbau reagiert deutet sich seit langem an. Alte und widerstandsfähige Rebsorten erleben eine Auferstehung. Ob wir in Ravensburg in absehbarer Zeit einen anderen Weg einschlagen müssen, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.
DANKE, TOLLES TEAM! 😊😊😊😊😊😊😊😊😊

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